Grenzen setzen, wahren und respektieren

“Dein Tanzbereich – mein Tanzbereich”

Grenzverletzungen können körperlich oder mental sein, sie können offensichtlich oder auch sehr subtil sein. Mal ist es der bisher so nette Nachbar, der auf einmal anfängt zu grapschen, mal ist es die Therapeutin, die zum privaten Kaffee zu zweit einlädt, oder die Chefin, die dem Praktikanten sehr intime Fragen stellt.

Es ist hilfreich, sich darüber klar zu sein, wo die eigenen Grenzen liegen. Sie können dem Leben Struktur geben, Beziehungen stärken und einen positiven Einfluss auf das mentale und körperliche Wohlbefinden haben. Menschen in einvernehmlichen Mehrfachbeziehungen, die ihre eigenen Grenzen kennen, kommunizieren und wahren, können davon ebenso profitieren wie deren Partner*innen. Und – jetzt kommt die Anspielung auf den Untertitel des Vortrags – in einer Dirty-Dancing-Situation helfen sie, den Tanzpartner*innen klar zu machen, wie nah sie kommen dürfen, wie ‘dirty’ ich mit ihnen tanzen möchte.

Doch ist es nicht immer einfach, die eigenen Grenzen zu definieren und dafür zu sorgen, dass sie gewahrt bleiben – es ist mitunter sogar ziemlich unbequem. Sich des Themas bewusst zu sein und sowohl die eigenen Grenzen als auch die anderer Menschen aus einer gewissen Distanz zu betrachten und zu analysieren, kann ein erster Schritt sein, um Klarheit in das Thema zu bringen.

Deshalb werden vor allem die folgenden Punkte in dem Vortrag angeschnitten (und können anschließend weiter diskutiert werden):

  • Unterschiedliche Arten von persönlichen Grenzen
  • Zusammenhang von Beziehungstyp, Nähe, Distanz und Intimität
  • Potentielle Gründe für Probleme beim Grenzen ziehen
  • Nein sagen lernen
  • Mit Grenzüberschreitungen umgehen

Basierend auf dem Buch “Boundaries – Where you end and I begin”* liefert der Vortrag strukturierte Informationen und Denkanstöße, Lösungsansätze für häufige Probleme sowie Anknüpfungspunkte für vertiefende Diskussionen zum Thema persönliche Grenzen. Wir werden unsere Definitionen von Grenzen und grenzverletzendem Verhalten anhand verschiedener Beispiele miteinander vergleichen. Außerdem werde ich ein paar Übungen vorstellen, die dabei helfen können, sich der eigenen Grenzen – und der Grenzen anderer Menschen – bewusster zu werden.

Der Vortrag richtet sich an Menschen, die das Thema zwar aus ihrem Alltag kennen und sich vielleicht auch schon Gedanken über ihre persönlichen Grenzen gemacht haben, aber bisher noch nicht tiefer in die Analyse eingestiegen sind. Grenzsetzungs-Profis sind natürlich ebenso herzlich willkommen, und ich freue mich, wenn sie aus ihrer Perspektive zum Thema beitragen.

*Katherine, Anne: Boundaries. Where you end and I begin. Hazelden, Center City, 1994.

 

Lore
Ich bin 41 Jahre alt und lebe seit etwas mehr als 20 Jahren in verschiedenen nicht-monoamoren Beziehungen. 2017 habe ich meinen ersten Vortrag in einem polyamoren Kontext gehalten und beschäftige ich mich außerdem gerne mit Sprache, Technik, Musik, Gemüseanbau, Möbelrestauration und dem ewigen Kampf gegen die Entropie. Ich kuschle sehr selektiv und bin auch sonst eher introvertiert, auch wenn es manchmal anders scheint.

(zurück zum Programm 2018)

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