Erwartungen in langfristigen Beziehungen

Lena Morgenroth (Berlin):

Erwartungen in langfristigen Beziehungen – unvermeidliche Herausforderung

Selbstfürsorge und der Verzicht darauf, von dem_der Partner_in die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse zu erwarten, sind verbreitete Ideen in der Poly­-Community. Am
Anfang einer frischen Beziehung ist es auch relativ einfach, die Sache offen und ohne konkrete Erwartungen auf sich zukommen zu lassen. In längeren Beziehungen
entwickeln sich mit der Zeit aber immer auch Erwartungen an die_den jeweils andere_n.
Es reicht deshalb meiner Meinung nach nicht, sich als Standard zu setzen, dass man möglichst „keine Erwartungen“ oder „keine unverhandelten Erwartungen“ an den_die
Partner_in haben möchte. Es ist genauso notwendig zu fragen: was machen wir, wenn wir feststellen, dass sich eben doch welche eingeschlichen haben ­ und vielleicht schon
zu Konflikten führen?
Und: wenn Erwartungen ohnehin nicht zu vermeiden sind – welchen Platz wollen wir ihnen in unserer Beziehung einräumen?
Ich werde im Vortrag darstellen, warum ich glaube, dass der Umgang mit Erwartungen in längerfristigen Beziehungen anders ist und teilweise auch eine größere Herausforderung
darstellt als zu Beginn einer Beziehung.
Anschließend werde ich einige psychologische Konzepte anreißen, die mit Erwartungen in Beziehungen zu tun haben.

In der anschließenden Diskussion werden wir auf strukturierte Weise Methoden zum bewussten und konstruktiven Umgang mit Erwartungen in langen Beziehungen
zusammentragen.

Lena Morgenroth ist 32 Jahre alt, Informatikerin und Sexarbeiterin. Sie hat monogame und sexuell offene Beziehungen geführt und lebt nun seit 2009 polyamor.

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