Beziehungen nach Maß schneidern

Traditionelle Vorstellungen von Beziehungen bilden die kulturelle Grundlage unserer individuellen Ideale. So gelten zum Beispiel selbst in alternativen Kreisen anhaltende oder bis zum Tod fortgesetzte Beziehungen meist als erfolgreicher als Beziehungen, die sich wieder aufgelöst haben, ganz gleich wie glücklich oder unglücklich die Menschen in diesen Beziehungen sind (oder waren).
Polyamore Menschen haben bereits für sich entdeckt, dass romantische Beziehungen auch mit mehr als einem Menschen möglich und schön sind und haben dadurch bereits deviante Gestaltungsmöglichkeiten für Beziehungen ausgemacht. Aber wieviele Vorstellungen von dem Aufbau von Beziehungen basieren immer noch auf den traditionell verhafteten Idealen der „Beziehungsrolltreppe“? Diese Ideen beeinflussen nicht nur die Ausgestaltung unserer Beziehungen sondern auch, welche Entwicklungsprozesse sie durchlaufen und welchen Wert wir ihnen beimessen.

Ich werde in dem Workshop anfangs kurz in der Gruppe erarbeiten, welche traditionell Vorstellungen von Beziehungen noch in unserem Gestaltungsprozess verankert sind und darauf aufbauend diskutieren, wann diese uns in der Entwicklung von Beziehungen hindern und welche alternativen Gestaltungsmöglichkeiten es geben kann.
Den Vortragsteil des Workshops werde ich dafür nutzen, um einige dieser alternativen Gestaltungsmöglichkeiten zu beleuchten, z. B.: Welche Formen können nichtexklusive romantische und/oder sexuelle Beziehungen annehmen? Wie beeinflusst die An- oder Abwesenheit von Hierarchien unser Miteinander? Gibt es Optionen außerhalb „Für immer und ewig“? Brauchen Liebesbeziehungen zwingend romantische und sexuelle Komponenten?


Sabrina ist 31 Jahre alt, aromantisch und bisexuell, lebt seit 11 Jahren solo und seit 4 Jahren polyamor. Sie widmet sich beruflich der Erschaffung von Büchern und hat als peregrin auf deviante-pfade.de  einige Artikel über deviante Beziehungsthemen veröffentlicht.